Rennrad Fahrtechnik – Tipps für eine bessere Technik

0

Rennrad Fahrtechnik – was musst du beachten?

Das Rennrad taugt zu mehr, als zum Kilometer oder Höhenmeter schruppen. Eine lautlose Bergabfahrt ist ebenso impulsant, wie eine gemütliche Ausfahrt mit Freunden entlang der Seen und Flüsse. Damit der Spass nicht zu schnell getrübt wird und ein unerwartetes Ende hat, gilt es einige Dinge zu beachten:

Die richtige Grundposition ist für das gesamte Fahrverhalten entscheiden. Den Lenker sollten Sie immer locker halten, damit die Armmuskulatur nicht zu schnell ermüdet und noch genügend Reserven für die Schlusskilometer der Tour zu haben. Wechseln Sie während der Tour ab und zu Ihre Griffposition, das erleichtert Ihnen bestimmte Straßenabschnitte bergauf oder bergab zu bewältigen.

Bei den Bügellenkern hat man drei hauptsächliche Lenkerpositionen:

  • Oberlenker – Aufrechte Haltung, Rückenfreundliche Griffposition, gut für Einsteiger geeignet
  • Unterlenker – tief gebückte und aerodynamische Haltung bei Sprints und Abfahrten, Hände sind in der Nähe der Bremsen stets Bremsbereit
  • Bremshöcker – Handgelenke liegen auf den auf den Brems- Schaltgriffen, normale Handgelenkfreundliche Griffposition, gut im Wiegetritt

Mit der richtigen Sitzposition fährt man nicht nur entspannter, man fühlt sich auch wohler

Die Sitzposition ist nicht nur Garant für Komfort, sie ist ein Kompromiss aus relativ entspanntem fahren, ohne die Aerodynamische Haltung zu verlassen. Die Sitzposition sollte nur in kleinen Schritten verändert werden, um sich Step by Step daran zu gewöhnen. Bei Rückenproblem sollte diese nur soweit verändert werden, bis für Sie das beste Gefühl ensteht. Für die richtige Sitzhöhe, sollten Sie auf dem Sattel sitzend, mit Ihren Fersen die Pedalen erreichen. Das Bein sollte dann nahezu komplett gestreckt sein, aber nicht durchgestreckt. Die Höhe ist dann richtig eingestellt, wenn die Beinmuskulatur leicht gestreckt ist und das Kniegelenk noch eine Beugung hat. Das Bein ermüdet dann nicht so schnell, das Kniegelenk wird geschont und beugt damit Schmerzen vor.

Überprüfen Sie neben der Sattelhöhe und Sattelposition auch die Länge der Tretkurbel. Die Länge der Kurbeln richtet sich nach der Schrittlänge sowie dem eigenen Fahrstil. Fahrer mit einer meist höheren Trittfrequenz, wählen eher die nächst kürze Kurbellänge. Wer konstant mit viel Kraft fährt, wählt die nächst höhere. Mit Anpassung der Vorbaulänge haben Sie die Möglichkeit, Ihre Sitzposition der Oberrohrlänge und durch einen geänderten Vorbauwinkel die Sattelüberhöhung anzupassen.

Aller Anfang ist schwer – aber mit der richtigen Kurventechnik gewinnt man Sicherheit und Zeit auf dem Rennrad

Bevor Sie sich auf die Straße wagen, üben Sie die Kurventechniken bzw. das Kurvenfahren auf einem großen und leeren Platz (optimal eigenen sich Parkplätze, die wenig Frequentiert werden). Die Bewegungseinleitung beginnt mit dem Blick zum Kurveneingang in Richtung Kurvenausgang, Ihre Ellebogen zeigen dabei nach außen, um so eine bessere Lenkerkontrolle zu erreichen.

Halten Sie bei Kurvenfahrten die Kurbeln in waagerechter Stellung bzw. das kurvenäußeres Pedal nach unten, das kurveninnere nach oben! Das äußeres Knie drückt dabei gegen das Oberrohr. Nie das kurveninnere Pedal in die untere Stellung nehmen.

In der Unterlenkerhaltung befinden sich die Schultern über dem Lenker. Dadurch erreichen Sie mehr Druck auf das Vorderrad und somit bei einem Richtungswechsel optimal umsetzen zu können. Vorder Kurve die Geschwindigkeit soweit reduzieren (bremsen), dass Sie mit der Kurveneingangsgeschwindigkeit die gesamte Kurve durchfahren können. Der Blickrichtung folgt dabei automatisch die Hüftdrehung, wodurch sich der Schwerpunkt des Körpers in die Kurvenlage bewegt. Achtung! Niemals in der Kurve bremsen, sonst besteht die Gefahr, dass die Reifen wegrutschen und ein Sturz die Folge ist. Optimal fährt man mit möglichst wenig Lenkkorrektur in die Kurve, sondern durchfährt diese in einer gedachten Linie.

Beim Bremsen ist die Bremsleistung von Vorderrad- und Hinterradbremse zu beachten. Diese beträgt vorn 70% und hinten 30% der Bremsleistung. Daher gilt es, die Vorderbremse immer dosiert einsetzen, um ein blockieren bzw. Stürze zu vermeiden. Die beste Bremsleistung erreicht man beim gleichzeitigen Einsatz von Vorder- und Hinterradbremse. Ebenso beim Fahren im Regen, muss das Bremsverhalten ebenfalls angepasst werden, d. h. die Felge muss kurz „trocken gebremst“ werden.

Ihr Fahrstil ist entscheidend!

Ob am Berg, beim Ortsschild-Sprint oder zur Erholung des Gesäßes – irgendwann geht fast jeder Fahrer in den Wiegetritt. Dann muss er aufpassen, dass die Energie nicht verpufft und folgende regeln beachten:

Unmittelbar vor dem Wechsel in den Wiegetritt sollte man mindestens einen Gang hochschalten. Sonst besteht die Gefaht, das man quasi ins Leere tritt.

Nicht zu sehr aufstützen. Drückt man im Wiegetritt den Oberkörper zu weit nach vorne, lastet das gesamte Körpergewicht auf der Gabel. Günstiger ist es, wenn das Hinterrad mehr Druck bekommt und auf die Straße bringt. Dieser überträgt schließlich die Kraft.
Führen Sie seitliche Bewegungen mit Bedacht aus und drücken Sie dabei nicht zu stark. Wer das Rad zu übertrieben hin und her bewegt, verliert zu Viel Kraft oder kann sogar außer Gleichgewicht geraten. Der eigentlich gewünschte Effekt verpufft. Stattdessen sollte zum „Druck“ ein moderates „Gegenziehen“ am Lenker erfolgen.

Video Rennrad Fahrtechnik

Bilder Rennrad Fahrtechnik

100%
100%
Bewertung

Rennrad Fahrtechnik - wer mit dem Rennrad aktiv unterwegs ist und vor allem an Rennen und anderen organisierten Radsport – Veranstaltungen teilnimmt, der muss nicht nur schnell fahren können, wenn es drauf ankommt, sondern sein Rennrad auch jederzeit im Griff haben. Das richtige Bremsen ist im Radsport genauso wichtig, wie beispielsweise beim Autorennen. Wir geben euch ein paar Tipps dazu.

    War der Artikel hilfreich?
  • User Bewertungen (2 Stimmen)
    7
Weitersagen:

Kommentare